Schema-Therapie Jeffrey Youngs – ein neuer integrativer Therapieansatz

Jeffrey Young’s Schema Therapy – an Integrative Therapy Approach

Serge K. D. Sulz

Die körperlichen Wurzeln der Gerechtigkeit

 

Albert Pesso und Melanie Thole-Bachg

Strategische Kurzzeittherapie (SKT) bei Alkoholabhängigkeit

Strategic Short Time Therapy with Alcohol Dependents

Peter Rüster:

Definition und Behandlungsprinzipien der Krisenintervention und des Notfalls

Definition and Basic Principals of Crisis Intervention and Emergency Care

Thomas Bronisch

Krisenintervention bei Suizidalität

Krisenintervention bei Suizidalität

Thomas Bronisch

Krisenintervention bei posttraumatischen Belastungsstörungen

Crisis Intervention and Posttraumatic Stress Disorder

Hans Menning und Andreas Maercker  

Krisenintervention bei Menschen nach der Konfrontation mit dem plötzlichen Tod - die peritraumatische Krisenintervention

Crisis Intervention after confrontation with sudden death – the peritraumatic Intervention

Andreas Müller-Cyran

Krisenintervention bei Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit

Crisis Intervention in Cases of Alcohol Abuse and Addiction

Helmut Kolitzus

Krisenintervention bei Drogenabhängigkeit

Crisis Intervention and drug addiction

Markus Backmund    

Krisenintervention bei akuten psychotischen Störungen

Crisis Intervention in Acute Psychotic Disorders

Matthias Dose

Krisenintervention bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen

 

Oliver Schwald und Gerhard Dammann

Krisenintervention bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Crisis Intervention of Boderline Personality Disorders

Thomas Giernalczyk und Gesa-Kristina Petersen

Krisenintervention im Kindes- und Jugendalter

 

Hellmuth Braun-Scharm

Krisenintervention bei älteren Menschen

Crisis Intervention for Elderly People

Martin Teising

Krisenintervention im Allgemeinkrankenhaus

Crisis Intervention in General Hospitals

Hans Wedler  

Stationäre Krisenintervention

Inpatient Crisis Intervention

Gabriele Schleuning, Susanne Menzel

Krisenintervention bei Angehörigen der helfenden Berufe

Prevention in the Area of Emergency Service Workers

Marion Krüsmann, Regina Karl, Maria Hagl, Willi Butollo

Rechtliche Aspekte der Krisenintervention

Legal Aspects of Crisis Intervention

Matthias M. Weber

Richtliniengetreues Qualitätsmanagement für Psychotherapeuten – Kann psychotherapeutische Qualität zeitsparend gesteigert werden?

Guideline-Abiding Quality Management for Psychotherapists – Can psychotherapy quality be increased in a time saving way?

Serge K. D. Sulz

Serge K. D. Sulz:                                                           

Die Schema-Therapie Jeffrey Youngs – ein neuer integrativer Therapieansatz

Jeffrey Young’s Schema Therapy – an Integrative Therapy Approach

    Zusammenfassung:
    Die Schematherapie ist eine weitere Variante der 3rd-wave-Therapien, die den kognitiven Ansatz Becks erweitern oder überwinden (neben ACT, DBT, FAP, MBCT, CBASP). Ihnen gemeinsam ist, von der inhaltlichen zur prozessualen Analyse dysfunktionalen Denkens und Verhaltens zu wechseln und zusätzlich die Therapeut-Patient-Interaktion als zentrales Medium der Veränderung zu utilisieren. Young verbindet eine klar strukturierte Analyse der Bedingungsfaktoren von Persönlichkeitsstörungen mit erlebnisorientierter Imaginationsarbeit und psychodynamischen Interaktionsinterventionen, die zu einem Reparenting hinführen sollen. Hier soll eine kurze Darstellung und Diskussion seines Ansatzes erfolgen und seine Einordnung am Beispiel der Strategischen Kurzzeittherapie erörtert werden. Insgesamt muss noch auf eine empirische Evaluation gewartet werden.

    Schlüsselwörter: Schematherapie – maladaptiver Bewältigungsstil - Strategische Kurzzeittherapie - Reparenting

    Summary:
    Schema Therapy is a further variation of the 3rd Wave-Therapies  which extend or overcome the cognitive approach of Beck (apart from  ACT, DBT, FAP, MBCT, CBASP). Common to them is to change from the  analysis of contents to the one of the process of dysfunctional  thinking and behaviour and also to utilize the Therapist-Patient-Interaction as a central medium of the change. Young connects a clearly structured analysis of the condition  factors of personality disturbances with an on experience  orientated work of imaginations and  psychodynamic interventions of interactions which ought to lead to  Reparenting. At this point a short representation and discussion of his approach  ought to take place and discuss its classification by the example  of the Strategic Brief Therapy. Altogether must be waited still for an empirical evaluation.

    Keywords: schema therapy – maladaptive coping style - strategic brief therapy - reparenting

    Dr. Dr. Serge K. D. Sulz
    Centrum für Integrative Psychotherapie CIP gGmbH
    Nymphenburger Str. 185
    80634 München
    sergesulz@aol.com

     

Albert Pesso und Melanie Thole-Bachg:                                     

Die körperlichen Wurzeln der Gerechtigkeit

    Zusammenfassung
    Der Artikel befasst sich mit dem Thema des körperlichen
    Ursprungs des Gerechtigkeitsempfindens sowie des menschlichen Bestrebens, Gerechtigkeit herzustellen. Die hiermit in Zusammenhang stehenden psychischen Variablen werden dargestellt sowie psychische und soziale Auswirkungen fehlgeleiteten Gerechtigkeitsstrebens beschrieben. Die Möglichkeiten, mit der Methode der PBSP Therapie solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, werden vorgestellt.

    Schlüsselwörter: Gerechtigkeit – Passung – Gedächtnis – geistiger Körper, geistiges Auge – sensomotorisches System – Sexualität – Aggression – Defizite – Trauma – Löcher im Rollengefüge – Omnipotenz – PBSP-Therapie

    Summary
    The article deals with the bodily origin of justice as well as the human goal to gain justice. The psychic variables which are connected with this subject as well as the psychic and social consequences of missing justice are described. The possibilities to counteract these aberrations with the method of PBSPTherapy are introduced.

    Keywords: Justice – fittedness – mind – body of mind – eye of mind – sensomotor system – sexuality – aggression – deficits – trauma – holes in roles – omnipotence – PBSPTherap

    Psychologische Praxis für Sachverständigengutachten
    Dr. Melanie Thole-Bachg
    49205 Hasbergen
    E-Mail: thole-bachg@gmx.de

 

Peter Rüster:                                                      

Strategische Kurzzeittherapie (SKT) bei Alkoholabhängigkeit

Strategic Short Time Therapy with Alcohol Dependents

    Zusammenfassung:
    Im ersten Teil des Textes wird auf die multikausale und polyätiologische Fehlentwicklung zur Alkoholsucht eingegangen. Alkoholismus entsteht aufgrund physiologischer, psychischer und sozialer Wirkfaktoren. Die Wege zur Sucht sind vielfältig: Es können andere neurotische Störungen, Traumatisierungen, Verlusterlebnisse oder bizarre Sozialisierungsprozesse zum pathologischen Alkoholkonsum führen. In den meisten Fällen findet sich ein stark gestörtes Selbstwerterleben, wobei der Alkohol kompensierende Wirkung hat. Nach einer meist längeren Phase des pathologischen Alkoholkonsums folgt die Entwicklung eines Abhängigkeitssyndroms. Darauf aufbauend wird ein Störungsmodell vorgestellt, das die symptomauslösenden Situationen mit ihren internen und externen Bedingungen beschreibt. Es werden typische pathologische Lebens- und Beziehungsgestaltungen und die Verstärkungsprozesse bei der Suchtentwicklung beschrieben, insbesondere erfolgt eine Übersicht der typischen Konfliktvermeidungen.

    In einem zweiten Abschnitt wird die Therapie der Alkoholabhängigkeit gemäß dem Konzept der Strategischen Kurzzeittherapie (SKT) ausführlich dargestellt. Dabei wird die SKT den spezifischen Erfordernissen einer Suchttherapie angepasst. Es wird mit einer Phase der Kontaktgestaltung zum Patienten begonnen mit Schwerpunkt auf der Beziehungsaufnahme, Motivation und Psychoedukation. Danach erfolgt zunächst eine Stabilisierungsphase mit Rückfallprophylaxe und Ressourcenmobilisierung, dann eine Veränderungsphase mit Konfrontationen und Erprobungen neuer Verhaltensweisen und schließlich die Ablösungsphase.

    Schlüsselwörter: ambulante Alkoholismusbehandlung – Strategische Kurzzeittherapie - Fachambulanz

    Summary
    In the first part the multicausal and polyethiological development of alcohol addiction is being described. Various neurotic disorders, traumatising, experience of loss or bizar socialising processes may lead to pathological use of alcohol. In most cases a massive disorder of self-esteem will be found in alcoholics. In the second part the progress of therapy according to the SKT concept is being presented. Because of the special requirements of the treatment the establishment of relation, motivation and education is being emphasized in the beginning. After that a phase stabilising along with relapse prevention as well as mobilisation of resources is taking place. Only than follows a phase of alteration of behavior along with confrontation and testing of new behavior before detachment can take place.

    Key words: treatment of alcoholism – SKT-models – therapy process – development disorders

    Dr. phil. Peter Rüster, Dipl.-Psych.
    Psychologischer Psychotherapeut
    Fachambulanz für Alkoholkrankheiten CIPM
    Nymphenburger Str. 185 80634 München
    PRuester@aol.com

 

Thomas Bronisch:                                                                    

Definition und Behandlungsprinzipien der Krisenintervention und des Notfalls

Definition and Basic Principals of Crisis Intervention and Emergency Care

    Zusammenfassung:
    Die Definition von Krisenintervention ist unscharf und vermischt sich mit dem Begriff des psychiatrischen Notfalls. Beim psychiatrischen Notfall sind zumeist medizinische Maßnahmen notwendig; beiden Begriffen gemeinsam ist die Notwendigkeit zum sofortigen therapeutischen und vorbeugenden Handeln. Akute Krisen sind begrenzt und laufen typischerweise in Phasen ab. Das vorrangige Ziel einer Krisenintervention ist Abwendung von Gefahr für Leben und Gesundheit des Betroffenen. Krisenintervention ist eine multiprofessionelle Aufgabe, bezieht das soziale Umfeld mit ein und setzt eine aktive Grundhaltung der Helfer voraus. Wesentliches Ziel der Krisenintervention ist die Weitervermittlung in längerfristige Betreuung und Behandlung.

    Schlüsselwörter: Krisenintervention – Notfall – Definition – Behandlungsprinzipien

    Summary:
    The definition of crisis intervention is fuzzy and intermingled with the term “psychiatric emergency”. Although psychiatric emergency often requires medical measures, both terms include the necessity of instant therapeutic and preventive measures. Acute crises are limited and typically proceed in stages. The prime target of crisis intervention is caring for the health and life of the respondents. Crisis intervention is a multi-professional approach that includes the social environment and needs an active stance on the part of the helpers. The main aim of crisis intervention is the provision of long-term care and treatment.

    Keywords: crisis intervention – emergency – definition – treatment principals

    Prof. Dr. med. Thomas Bronisch
    Max-Planck-Institut für Psychiatrie
    Kraepelinstr. 10
    D-80804 München
    Tel: 089-30622-239
    Fax: 089-30622-223
    E-Mail: bronisch@mpipsykl.mpg.de

 

Thomas Bronisch:                                                                      

Krisenintervention bei Suizidalität

Crisis Intervention for suicidality

    Zusammenfassung:
    Entscheidend auch für den mit suizidalen Patienten arbeitenden Arzt oder Therapeuten sind Erkennen von Suizidalität und Einschätzen der Suizidgefährdung, insbesondere nach einem Suizidversuch. Bei der Krisenintervention ist die therapeutische Beziehung zum Suizidenten der spezifische Faktor einer erfolgreichen Behandlung. Kritische Bedingungen für die Entstehung der Suizidalität müssen klar herausgearbeitet und alternative Strategien zur Bewältigung zukünftiger Krisen entwickelt werden. Pharmakologische Behandlungen beziehen sich auf Angstlösung, Sedierung und Normalisierung des Schlafes. Eine antidepressive Behandlung bei bestehender ausgeprägter depressiver Verstimmung sollte wegen deren Wirklatenz frühzeitig begonnen werden. Häufige Fehler im Umgang mit Suizidalen sind eine Bagatellisierungstendenz sowie eine – meist unbewusste – Ablehnung des suizidalen Patienten.

    Schlüsselwörter: Krisenintervention – Suizidalität – Suizid - Suizidversuch

    Summary:
    Recognition of suicidality and the estimation of impending suicidality, especially after a suicide attempt, are the most important aspects for doctors and therapists working with suicidal patients. The establishment and maintenance of a helpful relationship with the suicidal person is a specific factor in the successful treatment of such patients. Critical conditions for the development of suicidal behavior must be explained and alternative strategies developed to enable patients to cope with future crises. Pharmacological treatments focus on anxiolysis, sedation and sleep promotion. Antidepressant treatment should be started early in the case of a pronounced depressive syndrome because of the delayed therapeutic effect of antidepressants. Mistakes frequently made in the treatment of suicidal persons are downplaying of suicidal tendencies as well as the – mostly unconscious – dismissal of the suicidal person.

    Keywords: crisis intervention – suicidality – suicide – suicide attempt

    Prof. Dr. med. Thomas Bronisch
    Max-Planck-Institut für Psychiatrie
    Kraepelinstr. 10
    D-80804 München
    Tel: 089-30622-239
    Fax: 089-30622-223
    E-Mail: bronisch@mpipsykl.mpg.de

 

Hans Menning und Andreas Maercker:                                            

Krisenintervention bei posttraumatischen Belastungsstörungen

Crisis Intervention and Posttraumatic Stress Disorder

    Zusammenfassung
    Posttraumatische Belastungsstörungen gehören zu den Angststörungen und sind die einzigen psychischen Störungen, die ein bestimmtes, konkretes Ereignis als Ursprung haben: das Trauma. In den ersten Minuten und Stunden nach einem Trauma werden oft schon die Weichen für die Entstehung einer Belastungsstörung gelegt. Wie in unmittelbarer zeitlicher und räumlicher Nähe zum Trauma psychologisch oder psychosozial interveniert werden kann, um das zu verhindern, wird im ersten Abschnitt einer psychosozialen „Ersten Hilfe“ abgehandelt. Die ersten Maßnahmen sollen im Sinne einer notfallpsychologischen Akutintervention eine Dekompensation und nach Möglichkeit auf lange Sicht die Entwicklung einer Belastungsreaktion verhindern. Spezielles Augenmerk wird auf die Suizidalität der Traumaopfer gelegt. Anpassungsstörungen oder „Akute Belastungsstörungen“ (ABS) treten in der Regel innerhalb weniger Wochen nach dem traumatischen Ereignis auf. In dieser Zeit sollte eine „Erste Hilfe“ schon stattgefunden haben und die „Zweite Hilfe“ im Sinne einer Stabilisierung durch Einzel- und Gruppengespräche und zusätzliche Unterstützung gewährleistet werden. In Hilfs- und anderen Organisationen (z.B. Armee) wird in dieser Phase oft ein Programm angewendet, das als CISM (Critical Incident Stress Management) oder CISD (Critical Incident Stress Debriefing) bekannt wurde. In einer dritten Phase, wenn sich schon eine volle „posttraumatische Belastungsstörung“ ausgebildet haben könnte, werden individuell angepasste psychotherapeutische Maßnahmen empfohlen, die der Traumabewältigung und einer Ausbalancierung  von Vergangenheit (Trauma) und Zukunft (Leben) mit zwei festen Standbeinen im Hier und Jetzt dienen. Eine Krisenintervention via Internet erweist sich in vielen Fällen als unterstützende Maßnahme hilfreich. Auf mögliche „Do`s und Don`ts“ der Helfer wird eingegangen.

    Schlüsselwörter: akute Belastungsstörung – CISM – CISD – Debriefing – Krisenintervention - posttraumatische Belastungsstörung - Stress

    Summary:
    Posttraumatic stress disorders pertain to anxiety disorders and are solely characterized by the etiological fact that they are triggered by a specific, concrete incident: the trauma. The course of the development or non-initiation of a stress disorder will often be set in the first minutes and hours after the traumatic event. How to prevent this in immediate spatio-temporal proximity to the trauma by psychological means is the topic of the “First (psycho-social) Aid” section. The first acute interventions aim at preventing decompensation and a prolonged mental stress reaction. Special attention is paid to the suicidality of the victims. Adjustment disorders and acute stress disorder generally occur within the first month(s) after the traumatic event. At this time, the “First Aid” should preferentially change into a “Second Aid” in the sense of a stabilization by dyadic or group therapy and additional support. In this phase, help organizations and other institutions (such as the army) often use a program known as CISM (Critical Incident Stress Management) or CISD (Critical Incident Stress Debriefing). In the third phase, when symptoms of a full PTSD may have evolved, individually adjusted psychotherapeutic interventions which focus on coping and completion of the trauma and a reorientation from past (trauma) to future (life) with a strong commitment to “now and here” are recommended. Additional crisis intervention by means of the Internet is considered helpful. Possible “do’s & don’ts“ of the helpers are addressed.

    Keywords: acute stress disorder – CISM - CISD – crisis intervention – debriefing – posttraumatic stress disorder – stress

     

    Dr. Hans Menning
    Binzmühlestr. 14 (Postbox 17)
    CH-8050 Zürich
    Tel. +41 44 635 73 06
    Fax +41 44 635 73 19
    h.menning@psychologie.unizh.ch

    Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker
    Binzmühlestr. 14 (Postbox 17)
    CH-8050 Zürich
    maercker@psychologie.unizh.ch

 

Andreas Müller-Cyran:                                                 

Krisenintervention bei Menschen nach der Konfrontation mit dem plötzlichen Tod -
die peritraumatische Krisenintervention

Crisis Intervention after confrontation with sudden death –
the peritraumatic Intervention

    Zusammenfassung:
    Die peritraumatische Krisenintervention versteht sich als sekundärpräventive Maßnahme gegen traumabedingte Störungen und initialisiert Trauer. Ihr Ziel liegt darin, dem Betroffenen so früh wie möglich, noch während der traumatogenen Exposition, den Zugang zu seinen persönlichen und sozialen Ressourcen zu ermöglichen. Der Hinterbliebene kann sich stabilisieren und strukturieren, indem die Situation entdramatisiert bzw. normalisiert wird sowie Orientierung, Transparenz und Verlässlichkeit erfahrbar werden. Er bekommt einen adäquateren Zugang zur Realität, die zumeist darin besteht, die Irreversibilität des Todes anzuerkennen. Die Akzeptanz der Irreversibilität sollte für die Gestaltungsmöglichkeiten in den Stunden und Tagen nach dem Ereignis genützt werden.

    Schlüsselwörter: akute Belastungsreaktion – Trauer – Notfallseelsorge - peritraumatische Intervention

    Summary:
    The peritraumatic crisis intervention is designed as a secondary preventive measure for trauma-related disorders and is intended to promote the process of grieving. The main objective lies in approaching the person’s individual and social resources available during exposition to the traumatogenic situation. The bereaved should be stabilized and structured by decatastrophizing as well as normalizing the situation. Furthermore, transparency and accountability should be experienced by the bereaved. An adequate approach to reality should be achieved leading to the acceptance of the irreversibility of death. This acceptance can be used for the active workout during the hours and days after the event.

    Keywords: acute stress reaction – bereavement - pastoral emergency care - peritraumatic intervention

    Dr. phil. Andreas Müller-Cyran, Diakon
    Fachbereich Notfallseelsorge
    Postfach 330360
    80063 München
    Tel: 089-95720327
    E-Mail: amc@nfs-muc.de

 

Helmut Kolitzus:                                            

Krisenintervention bei Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit

Crisis Intervention in Cases of Alcohol Abuse and Addiction

    Zusammenfassung:
    Wie andere Drogen kann Alkohol zu vielfältigen Krisensituationen führen mit körperlichen, psychischen und besonders sozialen Symptomen. Ein realitäts-orientiertes Handeln der Helfer ist gefragt: klare Diagnose (CAGE, MALT-Test etc.), Intervention mit Handhabung möglicher Komorbidität und suizidaler Tendenzen. Enger Kontakt zu Partnern/Familienmitgliedern und deren Betreuung sollte garantiert sein. - Krise wird betrachtet als eine Chance für ein besseres Leben nach wahrscheinlich Jahren des Leidens. Entgiftung allein bringt nur kurzfristige Verbesserung. Wenigstens ein Jahr stationäre und/oder ambulante Psychotherapie ist notwendig für eine Neuorientierung – plus Besuch von (kostenfreien) Selbsthilfegruppen. Alkoholismus ist eine schwere, aber gut therapierbare Krankheit, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert wird. - Eine klare autoritäre Position aller Therapeuten ist hilfreich zur Erzielung guter Resultate: Kombination von Akzeptanz und Konfrontation ohne falsche Toleranz.  

    Schlüsselwörter: Krisenintervention – Alkoholmissbrauch – Alkoholabhängigkeit - systemisches Handeln - stationäre, ambulante Psychotherapie – Salutogenese

    Summary:
    Like other drugs alcohol can lead to manifold situations of crisis with physical, mental and especially social symptoms. Reality-oriented reaction therapy is needed: a clear diagnosis (CAGE, MALT-Test) and intervention including handling of comorbidity and possible suicidal tendencies. Close contact with and psychotherapy of partners/family members should be guaranteed. Crisis is considered as a chance for a better living after years of suffering. Detoxification alone is of short benefit. At least a year of (in- and out-patient) psychotherapy is needed for a new orientation – plus (cost-free) visits of self-help groups. Alcoholism is a severe but well-treatable illness if detected early. A clear authoritative position of all therapists is helpful for achieving good results: a combination of acceptance and confrontation without false tolerance.

    Keywords: crisis intervention - alcohol abuse - alcohol dependency - systemic thinking - in- and out-patient treatment - salutogenesis

    Dr. med. Helmut Kolitzus
    Facharzt für psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie
    Lehrtherapeut, Supervisor
    Agnesstr. 56 A
    80798 München
    Tel. 089/26023360     
    E-Mail: dr.h.kolitzus@arcor.de
    www.kolitzus.de

 

Markus Backmund:                                                            

Krisenintervention bei Drogenabhängigkeit

Crisis Intervention and drug addiction

    Zusammenfassung:
    Weltweit konsumieren 15 Millionen Menschen im Alter von über 14 Jahren Opiate. In Deutschland und Europa liegt die Prävalenz mit 0,7 % doppelt so hoch wie weltweit (0,35%). Krisen bei Drogenabhängigen sind häufig und vielfältig. Deutlich wird dies an der hohen Mortalität durch akzidentielle oder suizidal beabsichtigte Überdosierungen, der häufigen psychiatrischen Komorbidität, der hohen Prävalenz somatischer Erkrankungen. Die Mortalität liegt bei unbehandelten Drogenabhängigen 13- bis 17-mal höher als in der gleichaltrigen Allgemeinbevölkerung. Die vier häufigsten Ursachen sind akzidentielle Überdosierungen, Überdosierungen in suizidaler Absicht, Unfälle und Tod aufgrund Folgekrankheiten, insbesondere Hepatitis und AIDS. Eine adäquate Krisenintervention setzt das Verständnis für die intrapsychische Problematik voraus. Die Krisenintervention kann zu einer effektiven, medikamentös begleiteten psychotherapeutischen Behandlung führen. Das Wissen, dass jede Krise bei einem suchtkranken Menschen den Zwang zur Drogeneinnahme verstärkt, bildet die wichtige Grundlage der Einleitung einer effektiven Intervention.

    Schlüsselwörter: Drogenabhängigkeit – Opioide – Heroin - Krisenintervention

    Summary:
    Worldwide, there are 15 million opioid users – most of them heroin users. Prevalence of opioid use is higher in Germany and Europe as compared to worldwide (0;7% versus 0.35%). Crises are common among drug addicts. There is also a high mortality and a high psychiatric and somatic co-morbidity among drug addicts. Mortality of opioid users reported by longitudinal studies range from 0,5% to 7% annually, which is around 13 times that of their peers. Suicide has been consistently reported to be one of the four major causes of death among heroin users, the others being accidental overdose, trauma and diseases, primarily hepatitis C and AIDS. For an effective crisis intervention it is necessary to be aware of psychodynamic problems. Crisis intervention can lead to an effective psychotherapeutic treatment supported by medication. The most important basic is the knowledge that every crisis of an addict will reinforce the compulsion to take drugs.

    Keywords: drug addicts – opioids – heroin - crisis intervention

    Priv.-Doz. Dr. med. Markus Backmund
    Leiter Bereich Suchtmedizin Klinikum Schwabing
    Institut für Suchtmedizin und Adipositas
    D-80331 München
    Tel.: 0049-89-4522856-0
    Fax: 0049-89-4522856-22
    E-Mail:
    Markus.Backmund@mac.com

 

Matthias Dose:                                                              

Krisenintervention bei akuten psychotischen Störungen

Crisis Intervention in Acute Psychotic Disorders

    Zusammenfassung:
    Im Rahmen akuter psychotischer Störungen können Betroffene z.B. durch wahnhafte Verkennungen und/oder Halluzinationen vorübergehend in erheblichem Maße sich selbst und/oder andere gefährden. Für professionelle Helfer in Klinik und Praxis geht es zunächst einmal darum, akute psychotische Krisen wahrzunehmen, diagnostisch einzuordnen und sie therapeutisch im Sinne einer Krisenintervention zu bearbeiten.

    Dazu sind psychopathologische Kenntnisse, Sicherheit bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen therapeutischen Handelns in Krisensituationen und Erfahrungen in therapeutischer Gesprächsführung und Deeskalation (einschließlich der Abwehr körperlicher Angriffe) erforderlich. Der vorliegende Artikel fasst die dazu erforderlichen Informationen zusammen und versucht, Handlungsanleitungen zur Krisenintervention bei akuten psychotischen Störungen zu vermitteln.

    Schlüsselwörter: akute psychotische Störungen – Diagnostik – Notfallmaßnahmen in Klinik und Praxis - rechtliche Grundlagen - Deeskalationstraining

    Summary:
    Driven by delusional misinterpretations and/or hallucinations, acute psychotic patients may severely harm themselves or others. Professional staff in clinics and doctors’ offices should be able to recognize and diagnose acute psychotic episodes and take the necessary steps for crisis intervention. To be able to do so, they should be familiar with the psychopathology of acute psychoses, with all legal aspects of psychiatric and psychotherapeutic crisis intervention, therapeutic intervention techniques and de-escalation measures (including physical defense against offenders). The present article summarizes necessary information and proposes strategies for the therapeutic management of psychotic crises.

    Keywords: acute psychotic disorders – diagnosis - emergency measures in clinics and doctors’ offices - legal aspects - deescalation training

    Prof. Dr. med. Matthias Dose
    Ärztlicher Direktor
    Tel. 08084/934-212 Fax 08084/934-400
    E-Mail: m.dose@iak-kt.de

    Isar-Amper-Klinikum, Klinik Taufkirchen (Vils)
    Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und
    psychosomatische Medizin www.iak-kt.de
    Bräuhausstraße 5 84416 Taufkirchen (Vils)

 

Oliver Schwald und Gerhard Dammann:                               

Krisenintervention bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen

    Zusammenfassung:
    Nach einer Einführung in spezifische Merkmale von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen wird ein psychodynamisches Verständnis für eine erhöhte Vulnerabilität für Krisen bei narzisstischen Patienten erarbeitet. Berührungspunkte zwischen dem Entstehen von Suizidalität, als eines der Hauptprobleme von narzisstischen Krisen, und der narzisstischen Persönlichkeitsproblematik werden betrachtet.

    Für eine psychodynamisch orientierte Kriseninterventionsstrategie wird neben allgemeinen Aspekten der Umgang mit den Auslösesituationen besprochen. Die sich in der therapeutischen Beziehung entwickelnden spezifischen Übertragungs- und Gegenübertragungskonstellationen bieten ein hilfreiches Instrument zum erweiterten Verständnis der Krise und dienen dem Ziel einer psychodynamischen Fokusbildung. Gleichzeitig können gerade diese Übertragungskonstellationen den Aufbau einer tragfähigen Beziehung erschweren. Gerade in Krisensituationen präsentiert sich häufig die innere konflikthafte Situation besonders deutlich, daher soll auf Versäumnisse und Fehlwahrnehmungen des Behandlungsteams,  aber auch auf einen möglichen technischen Umgang mit schwierigen Situationen hingewiesen werden.

    Schlüsselwörter: Narzissmus - narzisstische Persönlichkeitsstörung – Krise – Psychotherapie - Suizid – Krisenintervention

    Summary:
    This article starts by introducing specific characteristics of narcissistic personality disorders and will then develop a psychodynamically oriented understanding of the vulnerability of narcissistic patients to crises. This paper examines the common aspects of the development of suicidal tendencies, which is one of the major problems of narcissistic crises, and the problems regarding the narcissistic Amongst general aspects, the handling of catalyst situations will be discussed in order to investigate a psychodynamically oriented crisis intervention strategy. Particular transference and countertransference constellations, which are usually developed in a therapeutic relationship, serve as a useful tool to broaden the understanding of the crisis. Moreover, these constellations provide an important basis for establishing a psychodynamic focus.

    However, these transference constellations can also aggravate the development of a stable relationship with the therapist. Especially during a crisis situation, the internal conflicts often manifest themselves clearly. Therefore, not only failures and false alarms on the part of the therapeutic team, but also ways for technically dealing with difficult situations should be identified.

    Keywords: narcissism - narcissistic personality disorder – crisis – psychotherapy – suicide - crisis intervention

    Mag. phil. Dr. med. Oliver Schwald
    Psychiatrische Klinik, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel
    Wilhelm Klein-Str. 27
    CH-4025 Basel
    Tel: +41 61 325 5111
    Fax: + 41 61 325 5013
    E-Mail: oliver.schwald@upkbs.ch

    Dr. med. Dipl.-Psych. Gerhard Dammann, MBA
    Psychiatrische Klinik Münsterlingen
    Postfach 154
    CH-8596 Münsterlingen
    Tel: + 41 71 686 4033
    Fax: + 41 71 686 4035
    E-Mail: gerhard.dammann@stgag.ch

 

Thomas Giernalczyk und Gesa-Kristina Petersen:                      

Krisenintervention bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Crisis Intervention of Boderline Personality Disorders

    Zusammenfassung:
    Die Autoren beschreiben wichtige Auslöser sowie Erlebens- und Verhaltensmuster für Krisen bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Im Anschluss daran führen sie in die Grundzüge der Krisenintervention ein. Im nächsten Schritt setzen sie einen besonderen Schwerpunkt auf die Einschätzung und Bearbeitung suizidaler Krisen. Dabei orientieren sie sich sowohl an psychodynamischen als auch verhaltenstherapeutischen Ansätzen. Abschließend stellen sie schwierige Beziehungskonstellation bei Krisenintervention mit dieser Patientengruppe vor.

    Schlüsselwörter: Borderline-Persönlichkeitsstörungen – Krisenintervention - suizidale Krisen - Einschätzung von Suizidalität - schwierige Beziehungskonstellationen

    Summary:
    The authors describe important stimuli as well as experience and behavioral patterns shown by patients with borderline personality disorder in a crisis situation.

    Afterwards they establish the main features of crisis intervention and focus on the evaluation and treatment of suicidal crises. Their work is based on both a psychodynamic view and aspects of behavior therapy. In the end the authors present difficult relationships with these patients in crisis intervention.

    Keywords: borderline personality disorder - crisis intervention - suicidal crisis - assessment of suicidality - difficult relationships in crisis intervention

    Prof. Dr. Thomas Giernalczyk
    Gesa-Kristina Petersen
    Universität der Bundeswehr München
    Fakultät für Pädagogik
    D -85577 Neubiberg
    E-Mail: giernalczyk@gmx.de

 

Hellmuth Braun-Scharm:                                                  

Krisenintervention im Kindes- und Jugendalter

    Zusammenfassung:
    Das Kindes- und Jugendalter weist in Bezug auf Krisen und Kriseninterventionen im Vergleich zum Erwachsenenalter folgende Unterschiede auf:

    • altersbedingt abweichende Diagnoseverteilungen
    • abweichende Geschlechterverteilungen
    • Überwiegen von suizidalen Gedanken und Suizidversuchen (weniger Suizide als Erwachsene)
    • Zunahme von Kriseninterventionen anstelle von elektiven/regulären Therapieaufenthalten

    Schlüsselwörter: Kinder- und Jugendliche - Krisenintervention – Notfall – Suizidversuch – Suizid  - Selbstverletzung

    Summary:
    There are differences in crisis and crisis intervention during childhood and adolescence when compared to adults.

    • age related alteration in the distribution of diagnosis
    • alteration in sex
    • suicidal thoughts and suicidal attempts prevail, but less suicides than adults
    • increase of crisis intervention rather than elective or regular inpatient therapy

    Keywords: children and adolescents - crisis intervention – emergency - attempted suicide - suicide attempt - deliberate self harm - self harming behavior

    Prof. Dr. med. Hellmuth Braun-Scharm
    St. Anna Virngrund Klinik
    Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie
    Dalkinger Str. 8-12
    73479 Ellwangen
    Tel: 07961-881-2601
    Fax: 07961-881-2603
    E-Mail: hellmuth.braun-scharm@klinik-ellwangen.de

 

Martin Teising:                                                                   

Krisenintervention bei älteren Menschen

Crisis Intervention for Elderly People

    Zusammenfassung:
    In diesem Artikel werden typische Krisen älterer Menschen dargestellt, die Grundlage hoher Suizidraten insbesondere älterer Männer sind. Gekränkt, beschämt und geschlagen in ihrer Selbstverwirklichung verzweifeln diese Menschen. Begrenzungen zu akzeptieren ist schmerzhaft. Durch den Suizid wollen sie ihre Unabhängigkeit beweisen. Mit suizidalen Handlungen streben sie nach einem primärnarzisstischen, ozeanisch-paradiesischen Zustand, in dem die Lebenstatsachen verleugnet werden. Es werden Grundsätze einer psychodynamisch orientierten Krisenintervention für diese Patientengruppe beschrieben.

    Schlüsselwörter: Suizidalität - ältere Menschen – Krisenintervention - Kränkungen

    Summary:
    This article presents characteristic crises of elderly people on which the high suicide rate especially among older men is based. Hurt, ashamed and defeated in their attempt to realize themselves, these people despair. It pains them to accept limitations. By committing suicide they want to give proof of their independence. They use the act of suicide to strive towards primal narcissistic, paradisal and oceanic states of feeling which deny facts of life. Principles of psychodynamically oriented crisis intervention for these patients are described.

    Keywords: suicidal tendency - elderly people - crisis intervention - mortification

    Prof. Dr. med. Martin Teising
    Fachhochschule Frankfurt
    Nibelungenplatz 1
    60318 Frankfurt
    Tel: 069-15332854
    E-Mail: teising@t-online.de

 

Hans Wedler:                                                        

Krisenintervention im Allgemeinkrankenhaus

Crisis Intervention in General Hospitals

    Zusammenfassung:
    Krisen mit Suizidalität und/oder somatoformer Symptomatik sind bei Patienten im Allgemeinkrankenhaus häufige Ereignisse. Gleichwohl ist die erforderliche (psychotherapeutische) Krisenintervention noch keineswegs einheitlich und optimal organisiert. Nach Darstellung der notwendigen Handlungsmaßnahmen, der Qualitätsanforderungen an den Krisenhelfer und den bisher erprobten Organisationsformen wird insbesondere auf die derzeitige dichotome Entwicklung im Krankenhaus hingewiesen, die einerseits über Ökonomisierung und Spezialisierung die Ressourcen verknappt, während andererseits eine Ausweitung psychotherapeutischer Interventionen in der somatischen Medizin unabweisbar geworden ist. Sowohl eine verbesserte fachübergreifende Zusammenarbeit wie auch die psychosomatische Qualifikation der im Allgemeinkrankenhaus Tätigen sind dringende Forderungen, um psychosozialen Krisen im Allgemeinkrankenhaus in Zukunft angemessen begegnen zu können.

    Schlüsselwörter: psychosoziale Krise – Suizidalität – Krisenintervention – Allgemeinkrankenhaus - psychosomatische Versorgung

    Summary:
    Crisis situations in conjunction with suicidality and/or psychosomatic symptoms are often found in general hospital in-patients. However, crisis intervention has yet not been organized sufficiently. After describing details of the necessary therapeutic elements of crisis intervention as well as the professional qualification of crisis helpers and various registered organizational structures, this article emphasizes the dichotomic nature of the development currently taking place in general hospitals that result in the specialization and shortening of resources on the one hand and the evident need for more therapeutic intervention on the other hand. More interdisciplinary cooperation as well as better qualification of the hospital team in psychosomatics must be combined to be able to deal adequately with crisis situations in general hospitals in the future.

    Keywords: psychosocial crisis – Suicidality - crisis intervention - general hospital - psychosomatic support

    Korrespondenzadresse:
    Prof. Dr. med. Hans Wedler
    Facharzt für Innere und Psychotherapeutische Medizin
    Goslarer Straße 115
    70499 Stuttgart
    Tel.: 0711-8895478
    Fax: 0711-8061969
    E-Mail: hans.wedler@web.de

 

Gabriele Schleuning, Susanne Menzel:                          

Stationäre Krisenintervention

Inpatient Crisis Intervention

    Zusammenfassung:
    Viele Kliniken bieten heute stationäre Krisenintervention an. Der Artikel beschreibt die Geschichte, den theoretischen Hintergrund und den heutigen Stand der Angebote. Stationäre Krisenintervention ist unseres Erachtens als spezialisierter Baustein innerhalb eines integrierten Gesamtbehandlungsangebots zu konzipieren und stellt besondere Anforderungen an die therapeutische Kompetenz der Mitarbeiter. Leitlinien, strukturelle Erfordernisse, Indikationen, Chancen und Risiken dieser intensiven stationären Kurzzeitbehandlung werden vorgestellt.

    Schlüsselwörter: stationäre Krisenintervention - psychiatrische Hospitalisation – Coping – Ressourcen – multiprofessionell – Gesundheitssystem - Prävention

    Summary:
    Inpatient crisis intervention is provided by many modern hospitals throughout the world. This article describes the historical development, theoretical background and state of the art. We consider inpatient crisis intervention as a specialized module of an integrated treatment approach in the psychiatric care system implicating particular demands on the qualification of staff members. We present characteristics and guidelines of inpatient crisis intervention as well as the structural and therapeutic conditions that are required to answer the special needs of crisis patients.

    Keywords: inpatient crisis intervention - psychiatric hospitalisation – coping – resources - multi-professional - health care system - prevention

    Dr. Gabriele Schleuning
    Chefärztin Atriumhaus
    Psychiatrisches Krisen- und Behandlungszentrum
    Isar-Amper-Klinikum
    Klinikum München-Ost
    Bavariastr. 11
    80336 München
    Tel: 089/7678-9126
    Fax: 089/7678-9129
    E-Mail: Schleuning@atriumhaus-muenchen.de

    Dipl.-Psych. Susanne Menzel
    Atriumhaus
    Psychiatrisches Krisen- und Behandlungszentrum
    Isar-Amper-Klinikum
    Klinikum München-Ost
    Bavariastr. 11
    80336 München
    Tel: 089/7678-0
    Fax: 089/7678-9102
    E-Mail: sumenzel@yahoo.de

 

Marion Krüsmann, Regina Karl, Maria Hagl, Willi Butollo:            

Krisenintervention bei Angehörigen der helfenden Berufe

Prevention in the Area of Emergency Service Workers

    Zusammenfassung:
    Dass es im Kontext von Hilfeleistungen für physisch und/oder psychisch traumatisierte Menschen bei Einsatzkräften ebenso wie bei unmittelbar betroffenen Menschen zu einer Ausbildung posttraumatischer Symptome kommen kann, ist mittlerweile unumstritten und durch zahlreiche Studien belegt. Über Häufigkeit und Ausmaß einsatzbedingter posttraumatischer Erkrankungen existieren zwar unterschiedliche Annahmen, aber im Grunde sind sich Forscher und Praktiker einig, dass Einsatzkräfte als Hochrisikogruppe einzustufen sind. Über effektive Möglichkeiten der Prävention wird hingegen intensiv und kontrovers gestritten und diskutiert. Teilweise sich widersprechende Studienergebnisse führten in den letzten Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen, dies gerade im Bezug auf das so genannte Debriefing, einer Gruppenintervention, die in den Tagen nach einem potenziell traumatisierenden Einsatz durchgeführt werden kann. Primärpräventive Maßnahmen, also Interventionen, die vor potenziell belastenden Einsätzen durchzuführen sind, wurden hingegen positiver beurteilt und dementsprechend auch von wissenschaftlicher Seite empfohlen. Hier werden auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse, Ansatzpunkte und Inhalte von psychosozialer Unterstützung für Einsatzkräfte sowie Ansatzpunke für psychotherapeutisches Handeln dargestellt.

    Schlüsselwörter:

    Summary:
    So far, numerous studies have proven indisputably that help provided by rescue teams as well as other directly affected persons to physically and/or psychologically traumatized people can lead to post-traumatic symptoms. Although assumptions regarding the frequency and extent of mission-dependent post-traumatic illnesses differ, researchers and practitioners fundamentally agree that rescue workers are a high-risk group. Effective prevention possibilities, however, are heavily discussed and disputed. Contradictory study results have led to intense debates in the last few years, particularly with respect to so-called debriefings, a group intervention that can take place in the days immediately following a potentially traumatic rescue mission. Primary preventive measures, i.e. interventions that should be made prior to potentially traumatic rescue missions, were, in contrast, more positively evaluated and, accordingly, recommended by scientists. Here, spring boards for psychotherapeutic treatment are illustrated with respect to current research results, basic information and topics regarding the psychosocial support of rescue workers.

    Keywords:

    Dr. phil. Marion Krüsmann
    Lutzstr. 20
    80687 München
    Tel: 0173-3831211
    E-Mail: marion.kruesmann@t-online.de

 

Matthias M. Weber:                                        

Rechtliche Aspekte der Krisenintervention

Legal Aspects of Crisis Intervention

    Zusammenfassung:
    Die Therapiemaßnahmen der Krisenintervention spielen sowohl in der Rechtsprechung als auch in der Gesetzgebung nur eine marginale Rolle, sofern darunter nicht einfach die psychiatrische Unterbringung ohne den Willen des Patienten verstanden wird. Daher sind auf die Krisenintervention die rechtlichen Normen anzuwenden, die für ärztlich-therapeutische Maßnahmen allgemein gelten. Besonders bedeutsam sind hier die Vorschriften zur Einwilligungsfähigkeit und zur Dokumentationspflicht. Auch das soziale Umfeld des Kriseninterventionspatienten sollte dabei nicht vergessen werden.

    Schlüsselwörter: Krisenintervention - psychiatrische Unterbringung - Dokumentationspflicht - Behandlungsvertrag

    Summary:
    In legislation as well as in jurisdiction the therapeutic measures of crisis intervention play only a minor role unless they just refer to psychiatric hospitalization without the patient’s consent. Therefore the same legal standards applying to medical-therapeutical measures in general do apply to crisis intervention.  

    Of special importance are the regulations concerning the capacity to consent and the obligation to keep records. Also the social environment of the crisis intervention patient should not be neglected either.

    Keywords: crisis intervention - psychiatric custody - medical documentation - contract governing medical treatment

    Prof. Dr. med. Matthias M. Weber
    Geschäftsführender Oberarzt
    Leiter des Historischen Archivs
    Max-Planck-Institut für Psychiatrie
    (Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie)
    Kraepelinstraße 2-10
    D-80804 München
    Tel.: +49 89 30622 306
    Fax: +49 89 30622 621
    E-Mail: mmw@mpipsykl.mpg.de

 

Serge K. D. Sulz:                                                 

Richtliniengetreues Qualitätsmanagement für Psychotherapeuten – Kann psychotherapeutische Qualität zeitsparend gesteigert werden?

Guideline-Abiding Quality Management for Psychotherapists – Can psychotherapy quality be increased in a time saving way?

    Zusammenfassung:
    Es fehlen noch Qualitätsmanagementsysteme, die den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen entsprechen und die die beiden wichtigen Kriterien der Spezifität für den Fachbereich Psychotherapie und der Zeitminimierung erfüllen. Hier soll der Versuch untersucht werden, alle drei Aspekte zu berücksichtigen. Zunächst wurden die Vorgaben der Richtlinien Punkt für Punkt umgesetzt. Dann wurde bezüglich der Psychotherapie-Spezifität auf das Verhaltensdiagnostiksystem VDS zurückgegriffen. Und schließlich wurde der zeitraubendste Teil - die Dokumentation - so rationalisiert, dass ein schlankes QM-System resultierte. Der Zeitaufwand ist dennoch mit dreißig Minuten pro Tag einzuschätzen.

    Schlüsselwörter: Qualitätssicherung – Qualitätsmanagement – Psychotherapie – Dokumentation - Verhaltensdiagnostiksystem VDS - Qualitätszirkel

    Summary:
    There is a lack of quality management systems which comply with the guidelines of the Collective Federal Board of Doctors and Health Insurances; and which meet both the important criteria of specificity for the special field of psychotherapy, and the minimisation of time. This article shall now examine the effort to consider all three aspects.

    First the guideline specifications are put in practice point by point. Then in terms of psychotherapy specificity we have reverted to the Behavioural Diagnostic System VDS. Finally, the most time consuming part - the documentation - has been rationalized in such a way that the outcome of this is a slender quality management system. Nevertheless the estimated application time is thirty minutes per day.

    Keywords: quality assurance - quality management – psychotherapy – documentation - Behavioural Diagnostic System VDS

     

    Dr. Dr. Serge K. D. Sulz
    Centrum für Integrative Psychotherapie CIP gGmbH
    Nymphenburger Str. 185
    80634 München
    sergesulz@aol.com

 

 

Heft 2 - 2007
Krisenintervention und Notfall
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